Januar 19th, 2012

Beim Wort Basteln denkt man oft an Säge, Hammer, Kleber, Pappe. Man denkt eher selten an Schaltkreise, Kabel, Platinen und Kondensatoren. Und doch gibt es eine Gruppe Bastler, die sich genau diese Teile vornimmt, um mit ihnen zu arbeiten: die Elektronikbastler. Sie schlachten alte Videorecorder aus, bauen oder reparieren Radios, Verstärker, elektrische Uhren und bisweilen einfache Alarmanlagen. Aber man sollte als Elektronikbastler auch wissen, wann man an seine Grenzen stösst. Mit einer selbst gebauten Alarmanlage kann man vielleicht den Gartenschuppen sichern. Die Sicherung des kompletten Hauses sollte man jedoch Profis überlassen, die dort Alarmanlagen für den Einbruchschutz installieren: Es sei denn, man ist ein sehr fortgeschrittener und nahezu genialer Bastler, der auch weiss, wie man sich wirklich effektiv vor Einbrechern schützt.

Ein paar Worte zum E-Basteln

Es ist wirklich erstaunlich, was Elektronikbastler (E-Bastler) so alles hinbekommen. Bisweilen nutzen sie fertige Bausätze, um nach Vorlage zu basteln. Fortgeschrittene E-Bastler geben sich mit so etwas meistens nicht mehr zufrieden. Sie bauen Geräte komplett selbst, um die Betriebsstundenzahl des Computers zu messen. Sie reparieren Solarlampen aus dem Garten, basteln Kopfhörerverstärker oder auch Dinge, die weniger funktional, aber fast schon Kunstwerke sind: vielleicht einen kleinen Baum aus Draht mit Leuchtdioden statt Blättern? Was E-Bastler von vielen anderen Bastlern unterscheidet? Ihnen macht das Zerlegen fast ebenso viel Spass wie das Zusammenbauen. Defekte elektrische Geräte sind für sie kein Müll. Es sind Forschungsobjekte, Ersatzteillager und Garantien für viel Spass mit dem eigenen Hobby. Sie reparieren die Geräte, haben vielleicht scheinbaren Schrott von Freunden bekommen und verlassen den Bastelraum mit einem intakten Mixer, Computer, Radio… Alternativ schlachten sie die Geräte aus und nutzen die ausgebauten Teile für viele neue Projekte. Vielleicht basteln sie mit ihnen ja eine kleine Alarmanlage?

Elektro-Basteln und das Thema Sicherheit

Definitiv „ja“: Man kann als Elektronik-Bastler auch elektrische Alarmanlagen bauen. Und schon wieder ein „Ja“! Sie funktionieren sogar. Auf dem Markt gibt es Bausätze für Kinder, die mit einer Alarmanlage beispielsweise ihr Tagebuch schützen; nur für den Fall, dass noch irgendwer Tagebuch schreibt und seine Geheimnisse nicht auf Facebook veröffentlicht! Einen wirklich zufrieden stellenden Schutz bieten solche Alarmanlagen natürlich eher nicht. Und auch der grösseren Variante der Marke „Eigenbau“ sollte man nur bedingt vertrauen. Gute E-Bastler kennen ihre Grenzen und Einbruchschutz gehört für die allermeisten Bastler dazu. Wer mit einer Alarmanlage sein gesamtes Haus und nicht nur ein altes klapperiges Fahrrad schützen möchte, sollte in der Regel doch lieber auf Profiarbeit setzen. Profis wissen, wo sie welche Sensoren anbringen und wie sie ein Gesamtsystem installieren, das auch grösstmöglichen Schutz vor Fehlalarm bietet. Also: Überschätzen Sie sich nicht und lassen Sie von Alarmanlagen besser die Finger weg! Es sei denn, Sie sind ein Elektronik- und Sicherheitsgenie. Oder zumindest fast eins.

Soll ich mir eine E-Zigarette basteln?

Von E-Bastler zu E-Zigarette ist es nur ein kleiner Schritt. E-Zigaretten sind jene elektronische Variante der Tabakzigarette, die a) preisgünstigeren Zigarettengenuss verspricht, b) weitaus weniger Schadstoffe als der Klassiker „Tabakzigarette“ in den Körper bringt und c) aromatisierte Liquids verdampft, sodass kein Rauch, sondern nur Dampf entsteht. Möchte man aufhören zu rauchen, können E-Zigaretten bei manch einem Raucher ein wichtiger Zwischenschritt sein, bevor er auch von der elektrischen Variante die Finger lässt. Alternativ hört man zwar mit dem Rauchen, aber nicht mit Zigaretten auf und dampft viele Jahre glücklich vor sich hin: ohne Reizhusten! In E-Zigaretten-Foren liest man bisweilen von Dampfern, die sich ihre E-Zigaretten selbst bauen. Fortgeschrittene Bastler finden also auch hier ein Betätigungsfeld. Die Betonung liegt allerdings eindeutig auf „fortgeschritten“. Schöner im Design, praktischer und funktionstüchtiger sind dann doch oftmals die E-Zigaretten, die man im Handel bekommt. Auch hier sollten also viele E-Bastler ihre Grenzen akzeptieren.

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